Was bleibt von unserer Technologie in 100 Jahren? Ende Juni 2026 luden die FUNKEN Akademie und KREATIVES SACHSEN zu einer cross-sektorale Innovationswerkstatt im Vector Lab in Chemnitz. In drei Tandems begegneten sich Künstler*innen und Akteur*innen aus der Wirtschaft und Forschung. Künstlerische Methoden trafen auf unternehmerische Perspektiven und technologisches Wissen, um gemeinsam über die Zukunft nachzudenken.

Innerhalb eines Tages entstanden modellhafte Zukunftsentwürfe, die in das 1:100 Modell der ehemaligen Maschinenfabrik in der Gießerstraße 5 eingesetzt wurden. Zusammen mit Dr. Kristina Kittner vom Forschungszentrum für Mensch und Technik – MeTech der TU Chemnitz diskutierte ich die Frage, was Menschen bei der Akzeptanz von Robotik und Technologie hilft. Für das Museum der potentiellen Zukünfte bauten wir drei Modelle, die sich alle um das Thema Vertrauen drehten.
Trust Issues. Vertrauen als Grundlage von Akzeptanz


Intelligente Maschinen wirken umso vertrauenswürdiger, je emotional ansprechender sie sind. Roboter werden bewusst so gestaltet, dass sie Emotionen beim Menschen auslösen und sogar vorhersagen können. Tier- und Kindchenschemen werden dabei bedient. Dem Architekturmodell verpassten wir animierte Augen, die von Emojis abgeleitet sind. Das Gebäude erhielt somit ein Gesicht und wurde ein Stück weit lebendig.

Gamification ist ein weiterer Ansatz, um Technologie nahbarer zu machen. Spielerische Elemente und die Möglichkeit der Teilhabe, z.B. durch Personalisierung, wirken vertrauensbildend. Dass Menschen ihren Saugrobotern und Autos Namen geben, ist weit verbreitet. Für das Museum der potentiellen Zukünfte bauten wir einen Roboterarm mit einem textilen Kostüm, der eine Bewegungschoreografie aufführt.

Das Gefühl von Kontrollverlust macht Menschen Angst. Am besten hat Technologie immer eine „Escape-Taste“, mit der automatische Prozesse gestoppt werden können. Aus diesem Gedanken entstand eine Modellwand, deren Einzelelemente an ein X erinnern.


Zusammen mit den anderen Tandems Monja Winkel (Fusion Bionic) & Michelle-Marie Letelier sowie Theresa Schubert (Cewus GmbH) & Maria Bauhofer stellten wir das Modellmuseum als Diskussions- und Möglichkeitsraum auf der Makers United 2026 aus.
